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Planung und Bau

»Canaletto, der auf seinen Bildern die Werke dieser großen Bautätigkeit vor Augen führt, weiß wenig von den Schönheiten dieser Seite des Flusses zu erzählen«
Rückansicht des Mittelbaus

Rückansicht des Mittelbaus
(© Das Ministerialgebäude in Dresden (1907) / Sächsische Staatskanzlei)

»Als im Anfang des achtzehnten Jahrhunderts fürstliche Pracht und aufblühendes Bürgertum Dresden mit den herrlichsten Bauten schmückte, wurde die auf dem rechten Elbufer gelegene Neustadt nur schlecht bedacht«, schrieb Dr.-Ing. Mackowsky in einem 1907 von der Bauleitung herausgegeben Band über Entstehung und Nutzung des Hauses. In der Tat glänzte die flussaufwärts des Goldenen Reiters gelegene Elbseite gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum mit städtebaulicher und architektonischer Schönheit: Gegenüber der Brühlschen Terrasse  reihten sich Militärbauten und Wagenschuppen entlang des Elbufers.

Mit dem Bau einer neunen Militärstadt nördlich Dresdens nach Gründung des Deutschen Reichs 1871, ergab sich mitten im Stadtzentrum Raum für die ambitionierten städtebaulichen Vorhaben des aufstrebenden Sächsischen Königreichs. Bereits 1877 schrieb der vom Königlichen Finanzministerium beauftragte Oberlandbaumeister Carl Adolph Canzler deutschlandweit einen Wettbewerb zur Gestaltung des neunen Stadtteils aus. Der Wettbewerb misslang, obwohl 76 Entwürfe eingereicht wurden. Der Grund lag wohl darin, dass keine funktionellen Vorgaben für die neu zu errichtenden Bauten gemacht wurden. Lediglich die Einbindung einer neuen Elbquerung war angedacht. Die meisten der beteiligten Architekten entwarfen zwei monumentale Gebäude an der Mündung der neuen Brücke: Das Finanzministerium und das Gesamtministerium.

Erst zehn Jahre später wurden die Pläne konkret, als die schlechten Bedingungen der Unterbringung des Königlich-Sächsischen Innen- und Kultusministeriums zu einem Neubau drängten. Die Ministerien waren bis dahin im so genannten »Ministerhotel« bzw. im Kanzleihaus an der Schlossstraße untergebracht, wo die Räumlichkeiten zu eng und dunkel waren. Von nun an war der Geheime Baurat Edmund Waldow mit dem Bau des neuen Ministerialgebäudes betraut. Die ersten Skizzen legte er im Juni 1899 vor, über den Bauantrag entschied der Landtag noch in der Sitzungsperiode 1899/1900. Neben Edmund Waldow wurden der Landbauinspektor Friedrich Auster und der Architekt Heinrich Tscharmann mit den Bau betraut. Der erste Spatenstich erfolgte am 6. August 1900. Die einzelnen Bauphasen verliefen so reibungslos, dass die ursprünglich veranschlagte Bauzeit von fünf Jahren um ein dreiviertel Jahr unterboten werden konnte. Am 4. Juli 1903 wurde die Krone auf das Oberlicht des Mittelbaus aufgesetzt, im November 1904 war dann auch der Einzug der Ministerien beendet. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen bekam mit dem Justizministerium ein drittes Ministerium seinen Sitz im neuen Ministerialgebäude.

Nicht nur die Bauzeit auch die Kosten konnten niedriger gehalten werden, als geplant. Damit war der Bau des Dresdner Ministerialgebäudes im Vergleich mit ähnlichen Anlagen relativ günstig. In das 154 Meter lange, 67 Meter breite und 25 Meter hohe Haus wurden 4.305.000 Mark investiert. Der umbaute Raum beträgt 589,63 Kubikmeter. Das etwa zur gleichen Zeit entstandene Reichsgericht in Leipzig verschlang die Bausumme von 5.902.000 Mark, wobei der umbaute Raum nur 132.156 Kubikmeter beträgt.

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Das Gebäude der Sächsischen Staatskanzlei

Historische Fotos

Längsschnitt durch die große Lichthalle im Ministerium des Innern

Längsschnitt durch die große Lichthalle im Ministerium des Innern

Bürgerbüro beim Ministerpräsidenten

Das Bürgerbüro des Ministerpräsidenten

© Sächsische Staatskanzlei