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Nutzung des Gebäudes

Empfangszimmer im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten

Empfangszimmer im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten
(© Das Ministerialgebäude in Dresden (1907) / Sächsische Staatskanzlei)

Die wechselvolle Geschichte des Freistaats Sachsen lässt sich in der Nutzung des Ministerialgebäudes am Neustädter Ufer, dem heutigen Sitz der Sächsischen Staatskanzlei und des Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), nachvollziehen. Als sich um 1900 abzeichnete, dass die schlecht beleuchteten und viel zu kleinen Diensträume des Innenministeriums und des Ministeriums des Kultus und öffentlichen Unterrichts für die Bewältigung der Verwaltungsaufgaben nicht mehr geeignet sein würden, beschloss das damalige Königreich Sachsen für diese Ministerien ein neues Gebäude zu errichten. So wurde das Haus nach seiner Fertigstellung im Jahre 1904 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs als Sitz der beiden Ministerien und des Königlichen Ministeriums der Justiz genutzt. Von Anfang an war das Gebäude als Gesamtministerium konzipiert worden und hatte als solches auch drei Haupteingänge.

Das Ende der Monarchie und die Gründung des Freistaats Sachsen 1918 änderte an der Nutzung als Ministerialgebäude für die genannten Ministerien zunächst nichts – allerdings wurde der Zusatz »Königlich« in deren Bezeichnung getilgt. Während der turbulenten Zeit der Weimarer Republik zogen ab 1925 fast im Zweijahresrhythmus Ministerien ein und wieder aus. Zwischen 1927 und 1934 beherbergte das Gebäude gleich sieben Ministerien auf einmal. Neben Gesamtministerium und Staatskanzlei auch das des Inneren, der Auswärtigen Angelegenheiten, das Arbeits- und Wohlfahrtsministerium, das Wirtschaftsministerium und das Ministerium für Volksbildung.

Im Zuge der Gleichschaltung der Länder im nationalsozialistischen Deutschland hört der Freistaat Sachsen 1935 staatsrechtlich auf zu existieren, womit die Landesregierung ihre Hoheitsrechte an das Reich abtreten musste. Damit wurde auch das Sächsische Außenministerium aufgelöst. Ein Jahr später mussten dann die restlichen Ministerien das Gebäude räumen. Stattdessen nutzte Hitlers Statthalter in Sachsen, Martin Mutschmann, das Haus als Sitz des Sachbearbeiters der Arbeitsschlacht der NSDAP Gauleitung Sachsen. 1936 bis 1945 beherbergte das Gebäude dann das Stenografische Landesamt, das Ministerium des Inneren und das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. In den letzten Kriegsjahren wurden hier Landesbehörden, Der Reichsstatthalter in Sachsen, das Wohnungs- und Siedlungsamt, die Planungsbehörde und das Landwirtschaftsamt untergebracht.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs diente das teilweise zerstörte Gebäude als Sitz des Polizeipräsidiums Dresden. Ab 1950 nutzte die Landesregierung Sachsen das Haus unter anderem als Ministerium für Volksbildung, Ministerium für Gesundheitswesen und Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, bis 1952 die Länder erneut aufgelöst wurden – diesmal auf Anweisung der SED-Regierung in Ostberlin. Danach tagte hier bis zur Friedlichen Revolution der Rat des Bezirks Dresden.

Im Wendejahr 1990 wirkten im Haus die Bezirksverwaltungsbehörde Dresden, sowie der Koordinierungsausschuss zur Bildung des Landes Sachsen. 1991 zog dann die Sächsische Staatskanzlei ein und mit ihr Arbeitsstäbe zum Aufbau der Staatsministerien des Inneren, der Justiz, für Kultus und für Wissenschaft und Kunst. Noch im selben Jahr zogen das Kultusministerium und das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wieder aus. Bis 1993 befand sich im Gebäude außerdem die private Niederlassung der seit 1983 hier praktizierenden Betriebszahnärztin. Im Laufe der Neunziger bezogen das Justizministerium (1994) und das Innenministerium (1999) jeweils eigene Domizile im neuen Regierungsviertel. Seit 1999 ist das Haus nicht nur Sitz der Sächsischen Staatskanzlei sondern auch des Sächsisches Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.

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Das Gebäude der Sächsischen Staatskanzlei

Historische Fotos

Eingangsbereich in der Zeit der DDR

Eingangsbereich in der Zeit der DDR

Eingangshalle im Ministerium des Innern mit Aufgang zum Erdgeschoss

Eingangshalle im Ministerium des Innern mit Aufgang zum Erdgeschoss

Arbeitszimmer des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten

Arbeitszimmer des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten

Bürgerbüro beim Ministerpräsidenten

Das Bürgerbüro des Ministerpräsidenten

© Sächsische Staatskanzlei